Neues aus dem Wald Baum des Jahres - Die Roteiche eine Alternative im Klimawandel - Herbstspaziergang

Liebe Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer, wenn Sie momentan einen Herbstspaziergang machen, fallen Ihnen vielleicht da und dort prächtig rot gefärbte Bäume auf. Oft handelt es sich dann um Roteichen. Die Roteiche ist heuer Baum des Jahres und ich möchte ihm daher einen Newsletter widmen.

 

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Ursprünglich stammt die Roteiche aus Nordamerika, wird aber schon seit etwa 400 Jahren in Europa angebaut. In Amerika wächst sie in einem sehr großen Gebiet, dort ist es teilweise deutlich wärmer und trockener als bei uns in Bayern.

Aus diesem Grund wird sie auch in Zukunft bei uns vermutlich gut zurechtkommen. Sie ist allerdings keine Baumart für Extremstandorte. Das gilt für trocken genauso wie für nass.

Sie hat gegenüber den einheimischen Eichen den Vorteil, dass sie deutlich schneller aus dem Unkraut herauswächst und auch eine höhere Massenleistung hat.

 

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Allerdings ist das Holz nicht ganz so begehrt wie das der Stiel- oder Traubeneiche. Die Preise sind niedriger als bei einheimischer Eiche. Sie wurzelt ähnlich gut, hat aber eher ein Herzwurzelsystem, als eine ausgeprägte Pfahlwurzel. Vom Boden her liebt sie es ausgeglichen: Nicht zu nass (staunasse Böden sind nicht geeignet) kein Kalk im Oberboden (aber mit ausreichend Nährstoffen versorgte Böden) und auch nicht zu trocken. Wenn der Wildstand einigermaßen passt, verjüngt sie sich auch natürlich.

Naturschützer sind nicht immer glücklich, wenn Roteichen angebaut werden. An heimischen Eichen kommen viel mehr Tierarten vor. Allerdings habe ich auch schon Roteichen mit Spechthöhlen gesehen und neuere Untersuchungen haben ergeben, dass in Mischbeständen auch an Roteichen mehr Tierarten vorkommen, als früher gedacht. Auf trockenen Standorten kann Roteiche eventuell die heimischen Eichen verdrängen, solche Standorte gibt es aber in meinem Revier nur sehr kleinflächig.

 

Mit der Pflege sollten Sie spätestens beginnen, wenn astfreie Schaftlängen von 6-8 m erreicht sind. Das ist etwa ab dem Alter 20 zu erwarten. Dann suchen Sie sich alle 10 m eine schöne Roteiche und fördern sie, indem Sie 1 – 3 Bedränger entnehmen.

Durch diese Pflege kann die Roteiche ihre Krone ausbauen und dadurch schneller dick werden. Gleichzeitig kommt auch wieder mehr Licht in den Bestand, sodass auch der Nebenbestand wieder besser wachsen kann. Ohne Pflege wird der Nebenbestand oft ausgedunkelt und die Gefahr der Bildung von neuen Ästen steigt.

Bis zum Alter 50 sollte man dann alle 4-5 Jahre einen Pflegedurchgang machen.

Herbstspaziergang in Zusammenarbeit mit der WBV Fürstenfeldbruck

 

Zum heurigen Herbstspaziergang treffen wir uns im Wald von Familie Karl in Längenmoos.

Familie Karl hat den Staatspreis für vorbildliche Waldbewirtschaftung 2025 erhalten. Auch Roteichen wachsen in ihrem Wald.

 

Bewirtschaftet wird der Wald momentan von 3 Generationen. Wir machen einen Rundgang und erfahren was die Karls mit ihrem Wald vorhaben und welche Erfahrungen sie in den letzten 60 Jahren gemacht haben.

 

Treffpunkt für den Waldspaziergang am 21.11.25 ist um 14.30 Uhr.

 

 

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Anita Ottmann

Forstrevier Fürstenfeldbruck
Revierleiterin


Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Fürstenfeldbruck
Kaiser-Ludwig-Straße 8 a
82256 Fürstenfeldbruck

 

Telefon +49 8141 3223-3050

Mobil 0173/3604062

Anita.Ottmann@aelf-ff.bayern.de
www.aelf-ff.bayern.de

 

Fotos und Text: Anita Ottmann