Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,
ich freue mich, Ihnen eine der wichtigsten Entscheidungen für unsere Gemeinde der letzten Jahre mitteilen zu können: Mit der Vertragsunterzeichnung am 18. Dezember 2025 ist Althegnenberg nun offiziell Mitglied im Abwasserzweckverband Obere Paar (AWOP).
Ein langer Weg zum Erfolg
Der Weg dorthin war nicht einfach. Nachdem wir im Juli 2025 einstimmig in den AWOP aufgenommen wurden und am 3. Dezember 2025 auch der Vertrag einstimmig genehmigt wurde, konnten wir nun die letzte Hürde nehmen. Dieser Erfolg ist das Ergebnis langer und intensiver Verhandlungen, die sich durch die Corona-Krise zusätzlich verzögert hatten. Wir mussten die AWOP-Mitgliedsgemeinden von unserer Situation überzeugen und alle Bedenken ausräumen. Verschiedene Gutachten waren erforderlich, bis es schließlich zu einer Einigung kam.
Entstanden ist eine vorbildliche interkommunale Zusammenarbeit über die Grenzen von Landkreisen und Regierungsbezirken hinweg.
Warum dieser Schritt notwendig war
Unsere bisherige Teichkläranlage ist den heutigen Anforderungen nicht mehr gewachsen. Dafür gibt es mehrere Gründe, welche wir bereits in einem eigenen Flyer kommuniziert haben:
Strengere gesetzliche Vorgaben für die Abwasserreinigung machen einen modernen Standard erforderlich. Der Finsterbach führt durch den Klimawandel immer weniger Wasser, was die Situation zusätzlich verschärft. Unsere stetig wachsende Einwohnerzahl erhöht die Belastung der Anlage kontinuierlich. Teichkläranlagen entsprechen nach heutigen Vorgaben nicht mehr dem Stand der Technik.
Das Wasserwirtschaftsamt München hat bei Messungen bereits zu hohe Ammoniak-Konzentrationen im Vorfluter festgestellt. Langfristig können kleinere Kläranlagen die immer strenger werdenden EU-Richtlinien und nationalen Gesetze nicht mehr einhalten.
Die geprüften Alternativen
Nachdem wir im September 2019 die schlechte Nachricht vom Wasserwirtschaftsamt bekommen haben, haben wir drei Möglichkeiten sorgfältig geprüft: die Ertüchtigung der bestehenden Anlage, einen kompletten Neubau oder den Anschluss an einen anderen Abwasserzweckverband. Neubau und Ertüchtigung wären kostenmäßig identisch gewesen und hätten das Problem mit dem schwachen Vorfluter nicht gelöst. In der näheren Umgebung gab es keine Anschlussmöglichkeiten, daher haben wir bereits 2021 den Kontakt zum AWOP gesucht – glücklicherweise waren wir gerade noch rechtzeitig vor einer anderen Kommune am Zug.
Eine nachhaltige Lösung
Mit unserem Beitritt zum AWOP haben wir die Abwasserentsorgung unserer Gemeinde langfristig nachhaltig und dem Stand der Technik entsprechend gesichert. Unser Abwasser wird zukünftig in der Kläranlage Augsburg Ost nach neuestem technischem Standard gereinigt. Der Einkauf in das bereits bestehende AWOP-Abwassernetz kostet 840.000 Euro.
Finanzierung und Auswirkungen
Wie die Kosten umgelegt werden, klären wir derzeit. Neben Fördermitteln des Freistaats Bayern – insbesondere für den Bau der Druckleitung – können wir auf größere Rücklagen zurückgreifen und wollen die Investitionspauschale für diese Maßnahme verwenden. In den nächsten Monaten erhalten alle Haushalte weitere Informationen dazu. Auch auf unserer Homepage können Sie Näheres hierzu einsehen. Wir sind sehr bemüht, die Belastung für Sie als Bürgerinnen und Bürger auf ein erträgliches Maß zu begrenzen.
Ich bin stolz darauf, dass wir dieses wichtige Projekt umsetzen konnten und bin sehr froh und glücklich, dass wir nun endlich eine langfristige Lösung für unsere Gemeinde gesichert haben.
Rainer Spicker
Erster Bürgermeister
























